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Wie erkenne ich Kosmetik ohne Tierversuche?

Wirklich zuverlässig erkennst du tierversuchsfreie Produkte im Regal deiner Drogerie oder deines Supermarkts nur an bestimmten geschützten Labels. Diese kleinen Aufdrucke auf der Verpackung sind geschützte Zeichen und dürfen von den Herstellern deshalb nur verwendet werden, wenn die Produkte von den entsprechenden Organisationen geprüft und als tierversuchsfrei eingestuft wurden.

Im Folgenden stelle ich euch die wichtigsten Labels auf europäischen Produkten vor.

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The Leaping Bunny

Leaping Bunny Logo
  • keine Tierversuche im gesamten Herstellungsprozess
  • gültig für Hersteller und Zulieferer
  • international verbindlich
  • keine Zertifizierung für Unternehmen, welche in China verkaufen
  • eventuelle Tierversuche von unabhängigen Dritten nicht berücksichtigt

Das „Leaping Bunny“-Siegel („Springender Hase“) existiert seit 1996 und ist zur Zeit das einzige international gültige Siegel für garantiert tierversuchsfreie Kosmetik. Verliehen wird der „Leaping Bunny“ von der Coalition for Consumer Information on Cosmetics (kurz CCIC) und der European Coalition to End Animal Experiments (kurz ECEAE).

Um dieses Siegel tragen zu dürfen, müssen sich Unternehmen verpflichten, weder einzelne Inhaltsstoffe noch Endprodukte an Tieren zu testen oder solche Tests in Auftrag zu geben. Dies wird einmal jährlich von der CCIC und der ECEAE überprüft.

Nicht berücksichtigt werden bei der Zertifizierung mit dem „Leaping Bunny“ zwar eventuelle Tierversuche von unabhängigen Dritten – Unternehmen, die den chinesischen Markt beliefern, sind von der Zertifizierung jedoch ausgeschlossen. Mehr Informationen zu China und Tierversuchen gibt es in unserem Artikel über Chinas Tierversuchspolitik.

Der Hase mit der schützenden Hand

Hase mit schützender Hand Logo
  • keine Tierversuche im gesamten Herstellungsprozess
  • gültig für Hersteller, Zulieferer und unabhängige Dritte
  • keine Inhaltsstoffe, die nach dem 1.1.1979 im Tierversuch getestet wurden
  • keine Inhaltsstoffe vom toten Tier
  • verbindlich in Deutschland

Das „Hase mit schützender Hand“-Siegel wird vom Internationalen Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik e.V. (kurz IHTK) vergeben und ist in Deutschland gültig. Produkte mit diesem Siegel werden nach den Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes hergestellt. Hierfür müssen Unternehmen eine rechtsverbindliche Erklärung abgeben, nach welcher sie weder ihre Endprodukte an Tieren testen oder solche Tierversuche in Auftrag geben noch Inhaltsstoffe verarbeiten, welche nach dem 1.1.1979 an Tieren getestet wurden.

Außerdem müssen die Hersteller auf alle Inhaltsstoffe verzichten, deren Gewinnung mit Tierquälerei, Tötung oder Ausrottung von Tieren einhergeht (zum Beispiel Schildkrötenöl, Moschus, Seidenpulver).

Die Veganblume

Veganblume Logo
  • keine Tierversuche im gesamten Herstellungsprozess
  • gültig für Hersteller, Zulieferer und unabhängige Dritte
  • keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs
  • Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Substanzen

Eingeführt wurde das Veganblume-Siegel von der Vegan Society aus Großbritannien, vergeben wird es im deutschsprachigen Raum von der Veganen Gesellschaft Österreich.

Um eine Veganblume zu erhalten, dürfen weder das Endprodukt noch einzelne Inhaltsstoffe an Tieren getestet worden sein – nicht vom Hersteller selbst und auch nicht im Auftrag des Herstellers. Auch darf das Produkt keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs beinhalten, gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe müssen als solche gekennzeichnet werden.

Das BDIH-Siegel

BDIH Logo
  • keine Tierversuche im gesamten Herstellungsprozess
  • gültig für Hersteller, Zulieferer und unabhängige Dritte
  • keine Inhaltsstoffe, die nach dem 31.12.1997 an Tieren getestet wurden
  • keine Inhaltsstoffe vom toten Tier
  • keine synthetischen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe
  • keine Silikone und Erdöle
  • keine gentechnisch veränderten Substanzen

Das BDIH-Siegel wird seit 2001 vom Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. (kurz BDIH) vergeben.

Zertifiziert werden nur Produkte von Unternehmen, dessen Produktpalette den BDIH-Standard zu mindestens 60% erfüllt.

Produkte mit dem BDIH-Siegel dürfen keine synthetischen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe, Silikone, Erdölprodukte oder gentechnisch veränderte Inhaltsstoffe enthalten. Weder das Endprodukt noch einzelne Bestandteile dürfen im Tierversuch vom Hersteller oder anderen Parteien getestet werden. Auch dürfen keine Substanzen verarbeitet werden, die nach dem 31.12.1997 an Tieren getestet wurden.

Tierische Rohstoffe von lebenden Tieren (Milch, Honig, Bienenwachs) dürfen enthalten sein, Inhaltsstoffe aus toten Wirbeltieren (tierische Fette und Pigmente) sind nicht erlaubt.

Das NaTrue-Siegel

NaTrue Logo
  • keine Tierversuche im gesamten Herstellungsprozess
  • gültig für Hersteller, Zulieferer und unabhängige Dritte
  • keine Inhaltsstoffe, die nach dem 31.12.1997 an Tieren getestet wurden
  • keine Inhaltsstoffe vom toten Tier
  • keine synthetischen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe
  • keine Silikone und Erdöle
  • keine gentechnisch veränderten Substanzen

Das seit 2009 international existierende NaTrue-Siegel wurde 2008 von einem Zusammenschluss von Naturkosmetik-Herstellern eingeführt, denen die Richtlinien des BDIH nicht streng genug waren. NaTrue zeichnet drei verschiedene Stufen an Naturbelassenheit eines Produktes aus, je nach prozentualem Anteil natürlicher Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischen Anbau. Alle Produkte mit NaTrue-Siegel sind frei von Silikonen und künstlichen Farb-, Geruchs- und Konservierungsstoffen.

Tierversuche dürfen weder vom Hersteller noch von Zulieferern durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden – weder für das Endprodukt noch für einzelne Inhaltsstoffe. Wie beim BDIH-Siegel sind tierische Bestandteile von lebenden Tieren erlaubt, Inhaltsstoffe aus toten Tieren sind verboten.

Das Beauty Without Bunnies-Siegel

PETA Beauty Without Bunnies Cruelty Free Logo
  • keine Tierversuche im gesamten Herstellungsprozess
  • gültig für Hersteller, Zulieferer und unabhängige Dritte
  • keine Zertifizierung für Unternehmen, welche in China verkaufen

Abgesehen von den oben aufgeführten Labels gibt es noch weitere Quellen, durch die ihr erfahren könnt, ob ein bestimmtes Unternehmen Tierversuche durchführt oder durchführen lässt.

Die Tierschutzorganisation PETA führt seit mehreren Jahren eine sehr umfangreiche Liste mit Herstellern, die tierversuchsfreie Kosmetik, Pflege und Makeup anbieten. Dafür vergibt PETA sogar ein eigenes Label, das Beauty Without Bunnies-Siegel, für das Unternehmen verbindlich bestätigen müssen, dass weder sie selbst noch ihre Zulieferer, Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben.

Eine weitere etwas weniger verlässliche Quelle sind die Angaben der Hersteller selbst. Viele Kosmetikfirmen informieren auf ihren Internetseiten oder in ihren Social Media Kanälen über ihre Einstellung zu Tierversuchen. Diese Formulierungen sind jedoch hin und wieder nicht vollständig, veraltet oder berufen sich auf gesetzliche Verpflichtungen zum Tierversuch.

Als sicherere und zuverlässigere Quelle empfehle ich an dieser Stelle eher die Liste von PETA und nicht die Aussagen einzelner Hersteller.

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